Geld und die Welt


Das Sprichwort „Geld regiert die Welt“ kann keiner Person zugeordnet werden. Es wurde im 17. Jahrhundert bekannt. Es findet sich in Georg Henischs Wörterbuch von 1616. Georg Henisch war Arzt und Humanist. 
Hatte man die Worte Jesus in der Bergpredigt Matthäus 6:24 vor 2000 Jahren vergessen? 
„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ 
Weltweit gibt es ungefähr 2,5 Milliarden Christen. Im bekanntesten Gebet der Christen, dem „Vater unser“ beten sie unter anderem „Dein Reich komme …“

In einem Reich Gottes hat der weltweite Kapitalismus, wie wir in heute praktizieren, sicher keinen Platz. Auch wenn es in anderen Religionen den wörtlichen Begriff „Reich Gottes“ nicht gibt, so ist deren Ziel auch ein ideale, gerechte und friedliche Welt. 
Somit ist die Herausforderung, was uns wichtiger ist, für jeden Menschen gegeben. 
Wie in meinem Artikel „Kopfüber“ erwähnt, leben wir leider weltweit in einem System, welches dem „Mammon“ dient.

Geld sollte ein neutrales Tauschmittel sein, um den Austausch von Waren und Leistung zu erleichtern. Geld sollte nicht als Machtmittel missbraucht werden, auf Banken gehortet, um es gegen Zinsen verliehen zu werden. Geld, welches nicht den Menschen hilft, ist tote Materie ohne Wert.

Auswirkungen

Laut UNCTAD (Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) erreichte die weltweite Staatsverschuldung im Jahr 2024 einen Rekordwert von 102 Billionen US-Dollar, verglichen mit 97 Billionen US-Dollar im Jahr 2023. Die weltweiten Staatsschulden betrugen Ende 2024 93% des weltweiten Bruttosozialproduktes (BIP). Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnte die globale Staatsverschuldung bis zum Ende des Jahrzehnts auf 100% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ansteigen, so ein Bericht des Internationalen Währungsfonds. 

Obwohl die Staatsverschuldung der Entwicklungsländer im Jahr 2024 mit 31 Billion US-Dollar weniger als ein Drittel der weltweiten Staatsverschuldung ausmachte, ist sie seit 2010 doppelt so schnell gewachsen, wie die der entwickelten Länder. 
Die Entwicklungsländer zahlten im Jahr 2024 zudem einen Rekordbetrag von 921 Milliarden US-Dollar an Zinsen.

Viele dieser Länder geben mehr für Zinszahlungen aus als für Gesundheit oder Bildung, was ihre Fähigkeit beeinträchtigt, nachhaltige Entwicklungsziele zu erreichen. Zudem müssen Entwicklungsländer bei der Kreditaufnahme höhere Zinsen zahlen. Dies ist auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen, darunter ein höheres Risiko, weniger stabile Volkswirtschaften und ein eingeschränkter Zugang zu den globalen Kapitalmärkten. Dies führt dazu, dass Investoren höhere Renditen verlangen, um das erhöhte Risiko der Kreditvergabe an diese Länder auszugleichen. Staatsschulden können für die Entwicklung eines Landes von entscheidender Bedeutung sein. Regierungen nutzen sie, um Ausgaben zu finanzieren und den Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen. Steigen die Staatsschulden jedoch übermäßig, werden sie zu einer schweren Belastung. Genau das passiert heute in vielen Entwicklungsländern. Grundsätzlich ist jedes Land auf unserer Erde verschuldet. Wer profitiert von den Milliarden an Zinsen?

Abschluss und Fragen


Wer hat unsere Erde mit seinen Reichtümern geschaffen? Nicht der Mensch, sondern Gott, unser Schöpfer. So gesehen ist Gott der Eigentümer, welcher uns alles aus Vertrauen und Liebe überlassen hat, ohne etwas dafür zu verlangen. 
So gesehen ist das weltweite, kapitalistische System, welches noch dazu von materiellen Reichen benutzt wird um Zinsen für Darlehen von armen Schuldnern zu verlangen, eine Sünde. 
Erinnern wir uns wieder an einen Satz im Gebet der Christen, dem „Vater unser“: 
„ …. und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern …“

Wahrer Reichtum manifestiert sich nicht im Materiellen, sondern in ehrlichen, liebevollen, selbstlosen Beziehungen und der daraus entstehenden Freude. Auch über unser physisches Leben hinaus.